12. Juli 2007
Wind- und Sonnenenergie für mobile Geräte
Handys und tragbare Computer haben einen enormen Energiehunger und wollen regelmäßig an Steckdosen gefüttert werden. Mobilität beschränkt sich daher streng genommen auf einen bestimmten Radius um die nächste Stromquelle - und die kann beispielsweise während einer Expedition recht weit entfernt sein.
Der Netzbetreiber Orange hat nun den Prototyp eines tragbaren Windkraftwerks zum Aufladen von Handy-Akkus vorgestellt. Das von Gotwind entwickelte Gerät wiegt ca. 150 Gramm und passt in jeden Rucksack, mit einem halben Watt Leistung kann es bei guten Windverhältnissen Mobiltelefone innerhalb von ca. 2 Stunden aufladen.
Einen anderen Weg ging der Designer Andrew Schneider mit der Entwicklung eines Solarzellen-Bikinis. Mit seiner Energieleistung von maximal 9,75 Watt sollen sich Elektrogeräte wie MP3-Player direkt am Strand aufladen lassen. Allerdings ist dieser Bikini bislang nicht wasserfest, weshalb er sich noch besser für PR-Zwecke als für den Alltag eignet. Es sind jedoch auch bereits praxistaugliche mobile Solaranlagen auf dem Markt erhältlich, beispielsweise die 'Sunbags' der Schweizer Firma Off-Grid Systems oder die Solarjacke 'Solar JKT' der italienischen Textilfirma Zegna.
Nach der langen Regenperiode der letzten Wochen warten wir nun noch gespannt auf mobile Wasserkraftwerke zum Laden unserer Handys...
Bewegungsenergie als mobile Stromquelle
Auch auf die schon vor einigen Jahren lautstark angekündigten Schuhsohlen, die die beim Laufen entstehende Walkenergie in Strom umwandeln sollen, müssen wir noch immer warten.
Im Nanobereich jedoch lassen sich andere Technologien zur mobilen Stromgewinnung erschließen. Beispielsweise lässt sich durch das Biegen weniger Tausendstel Millimeter langer Drähte direkt Strom erzeugen. Amerikanische Wissenschaftler konnten bereits mit einem Prototyp die Funktionsfähigkeit eines solchen Nano-Generators beweisen. Als Energiequelle wurde im Experiment Ultraschall verwendet, der einen Rasen aus Nanodrähten in Bewegung setzte. Für biomedizinische Implantate ließe sich aber auch körpereigene Bewegungsenergie nutzen. Das Forscherteam schätzt, dass sich mit dieser Technologie theoretisch etwa vier Watt Leistung pro Kubikzentimeter erzielen ließen.
Siehe auch: Akkulexikon Energy Harvesting.
Drahtlose Fernübertragung von Strom
Dass sich Strom nicht funken lässt, liegt im Wesentlichen daran, dass sich elektromagnetische Wellen ungerichtet in alle Richtungen ausbreiten, und somit die Effizienz von Funk zur Energieübertragung inakzeptabel niedrig wäre. Forscher des MIT wollten sich damit jedoch nicht abfinden, und es gelang ihnen tatsächlich, drahtlos eine 60 Watt Glühbirne in einer Distanz von 2 Metern zur Energiequelle zum Leuchten zu bringen, indem sie Resonanzeffekte (sog. magnetische Resonanz im Nahfeld) ausnützten. Der Wirkungsgrad lag bei beachtlichen 40 Prozent, und man darf gespannt sein, ob und welche praktischen Anwendungen sich mit dieser Technologie erschließen lassen.
© Marc Stenzel
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