6. Dezember 2007
Leuchtende Garne
Als auffällige Spielerei kann man beispielsweise auf Techno-Festivals schon seit einigen Jahren T-Shirts mit Laufschriften bewundern, die auf der Basis winziger Leuchtdioden realisiert werden. Doch es gibt auch schon Garne, die von selbst leuchten, wenn man an sie Spannung anlegt. Das Produkt "EL Yarn" des britischen Instituts William Lee Innovation Centre in Manchester ist solch eine Entwicklung. Es handelt sich dabei um ein vielschichtiges Kompositmaterial, das aus echtem Garn, speziellen Farbstoffen sowie elektrolumineszenten und isolierenden Schichten besteht. Das Institut arbeitet derzeit noch daran, die Geschmeidigkeit des Garnes zu optimieren, allerdings sei diese heute schon deutlich höher als die vergleichbarer optischer Fasern.
Cyber-Kuscheln
Die Londoner Firma Cute Circuit brachte eine Jacke auf dem Markt, die mittels Aktuatoren und Sensoren die Hauttemperatur, den Herzschlag sowie Berührungsempfindungen von einer Person auf die andere übertragen kann. Die Steuerung dieses "Hug Shirts" erfolgt über Bluetooth und Handy-Software, die Energiezufuhr mittels integrierter Akkus. Die Kuscheljacke ist waschbar, jedoch müssen die elektronischen Komponenten vor dem Waschen jeweils entfernt werden. Das Entwicklungsziel des Produkts war es, möglichst realistisch ferngesteuerte Umarmungen und Streicheleinheiten versenden zu können. Ob die Firma bereits an "Hot Pants Reloaded" arbeitet, ist nicht bekannt.
Tief durchatmen!
Auf der Website instructables.com wird beschrieben wie man im Selbstbau einen Brustgurt herstellen kann, der die Brustkorbweitung beim Atmen in elektrische Energie umsetzt ("Breath powered USB charger"). Es werden durchschnittlich ca. 5 Volt erzeugt, die mittels USB als Ladespannung genutzt werden können. Etwas gewöhnungsbedürftig ist dabei jedoch die Erkenntnis, dass die Spannung ausgerechnet dann abfällt, wenn bei einem spannenden Krimi der Atem stockt. (Siehe auch: Energy Harvesting.)
Sich regen bringt Segen
Technisch aufwändiger ist die Stromerzeugung bei einer Weste, für deren Entwicklung die australische Regierung der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization (CSIRO) jüngst 4,4 Millionen Australische Dollar bereitstellte. Die Weste soll Bewegungsenergie mittels piezoelektrischer Materialen in Strom umwandeln, es wird also das Piezofeuerzeugen zugrunde liegende Prinzip genutzt. Die erzeugte elektrische Energie soll zur Versorgung elektrischer Abnehmer oder zum Laden der in die Weste integrierten Akkus verwendet werden können. Der Grund für das staatliche Engagement ist die Aussicht auf militärische Anwendungsmöglichkeiten. Im kommerziellen Bereich ergeben sich besonders interessante Einsatzbereiche in der Medizintechnik, beispielsweise für Insulinpumpen.
© Marc Stenzel
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