Geschichtliche Entwicklungen der Batterie (Akku-Lexikon)

Obwohl es wahrscheinlich bereits vor über 2.000 Jahren erste elektrische Zellen wie der sogenannten 'Batterie von Bagdad' gab, beginnt die Geschichte der systematischen Erforschung der Elektrotechnik und unserer heutigen Batterien mit der Voltaischen Säule im Jahre 1800.

Die Tragweite der Voltaschen Erfindung wurde von der damaligen Fachwelt sofort erkannt und führte zu Experimenten, Entdeckungen und Erfindungen in einem bis dahin nicht gekannten Ausmaß. In kurzen Abständen wurden die Elektrolyse, der Lichtbogen, der Elektromagnetismus, das Ohmsche Gesetz, die Induktion und mehr entdeckt. Aber erst gegen Ende des 19. Jahrhundert wurde schließlich das Rätsel der freien Elektronen gelöst, und mit der Atomistik endlich eine umfassende Erklärung aller bekannten elektrischen Phänomene möglich.

Der Siegeszug der Batterie setzte jedoch sofort ein, und die Voltasche Säule wurde weltweit für Experimente nachgebaut und verbessert. Mit dem sogenannten Voltaischen Becher ('Tassenkrone') schuf Volta eine verbesserte, wartungsfreundliche Batterie, die später durch den englischen Naturforscher William Wollaston (1766 - 1828) zur Trogbatterie weiterentwickelt wurde. Wesentlich bei diesem Batterietyp war, dass die Elektroden bei Nichtgebrauch der Batterie aus dem Elektrolyt herausgenommen werden konnten, um auf diese Weise Verschleiß und Selbstentladung zu minimieren. Weitere Verbesserungen betrafen die Auswahl der Elektrodenmaterialien und optimierte Elektrolyte.

1812 entwickelte der Italiener Guiseppe Zamponi die erste tragbare und auslaufsichere Batterie, allerdings für sehr hohe Spannungen (bis 2.000 Volt), aber winzige Ströme.

Breiten industriellen Einsatz und den Schritt in Privathaushalte erfuhr erstmalig das 1860 entwickelte Leclanché Element ('Pile Leclanché') des französischen Wissenschaftlers Georges Leclanché (1839 - 1882). Diese Zink-Braunstein-Batterie wurde zunächst mit einem flüssigen Elektrolyt (Ammoniumchloridlösung), später (1876) als 'Trockenbatterie' mit gelartigem Elektrolyt vermarktet.

Ebenfalls im Jahr 1860 entwickelte Gaston Planté den ersten Akkumulator. Der Erfinder war damit der Zeit eindeutig voraus, denn die ersten industriell gefertigten Generatoren zum Aufladen waren erst zehn Jahre später verfügbar. Dieser Typ der wiederaufladbaren Batterie ( Bleiakkumulator mit Schwefelsäure-Elektrolyt) ist bis heute noch der am weitesten verbreitete Akkumulatorentyp.

1901 wurde durch Waldemar Jungner (1869 - 1924) der Nickel-Cadmium-Akkumulator auf dem Markt gebracht, der seinen Siegeszug im Consumer-Bereich für tragbare Geräte antrat.

© Marc Stenzel



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