Memory-Effekt (Akku-Lexikon)

Unter Begriffen wie Memory- oder Lazy-Battery-Effekt werden Phänomene verstanden, die durch falsches Handling beim Laden bzw. Entladen Akkumulatoren vor Ablauf der zur erwartenden Akku-Lebenszeit 'faul' werden lassen und sich sehr ungünstig auf deren Performance auswirken. Unterschiedliche Akkutypen sind unterschiedlich empfindlich für Memory-Effekte.

Der bekannteste Memory-Effekt tritt bei Nickel-Cadmium-Akkus auf. Werden diese über einen längeren Zeitraum ständig nur nach Teilentladungen wieder aufgeladen bzw. überladen (ganz besonders wenn die Teilentladungsrate immer die gleiche ist), kommt es zur Bildung größerer Cadmiumkristalle an der Anode (Minus-Pol), um damit zu starkem Abfall der Akku-Kapazität. Ein anderer Memory-Effekt entsteht durch die Bildung einer Nickel-Cadmium-Legierung (Ni5Cd21) auf der Anode. In der Praxis treten solche Effekte zum Beispiel auf, wenn man drahtlose Telefone allabendlich auf die Ladestation stellt, ohne dass sie tagsüber nennenswert entladen wurden.

Der Memory-Effekt ist teilweise reversibel und vor allem vermeidbar. Oft hilft es, solche 'misshandelten' Akkus mehrfach hintereinander erst nach Erschöpfung des Akkus wiederaufzuladen (jedoch keine Tiefentladung!), um den unerwünschten Verlust von Batterie-Kapazität zu beseitigen oder abzumildern. Der Memory-Effekt wird auch durch Schnellladungen zumindest wesentlich verringert. Vermeiden lässt er sich durch intelligente Ladegeräte und durch Vermeiden eines ständigen Überladens nach nur teilweisem Gebrauch.

Nickel-Metall-Hydrid-Akkus sind wesentlich weniger anfällig für Memory-Effekte, Lithium-Ionen-Akkus praktisch gar nicht mehr.

Auch bei Blei-Akkumulatoren spielt der Memory-Effekt eine Rolle, wenn die Entladung bis zum erneuten Aufladen stets gleichmäßig stark ist. Er ist seit über 100 Jahren bekannt. In diesem Zusammenhang wurden die Begriffe 'Gutladung' und 'Schlechtladung' geprägt, wobei bereits 10 'Schlechtladungen' (niedrige Ladeströme, hohe Überladung) die Akku-Kapazität um 20% vermindern können. Als 'Gutladungen' wurden definiert: hohe Ladeströme, die Batterie nur wenig geladen ist, aber niedrige Ströme am Ende des Ladeprozesses sowie geringe Überladung.

Moderne Bleiakkus in Personenkraftfahrzeugen und moderne Ladegeräte sollten jedoch solche Auswirkungen ohne Zutun des Benutzers vermeiden können.

© Marc Stenzel



  Siehe auch:
Bookmark für diese Seite
URL dieser Seite anzeigen
  Akkulexikon: Übersicht
Selbstentladung
Eigensicherheit



Alle Rechte vorbehalten. © 2003-2008 EMB GmbH | media deluxe. All rights reserved.