Quecksilber ist ein silberweißes Schwermetall, neben Brom das einzige Element, das bei Raumtemperatur flüssig ist. Unterhalb von 300°C ist es recht beständig gegen Luft, es wird auch von Wasser, Salzsäure und verdünnter Schwefelsäure nicht angegriffen. Konzentrierte Schwefel- und Salpetersäure sowie Königswasser zersetzen das Metall jedoch.
In der Natur kommt Quecksilber nur in kleinen Mengen in gediegener Form vor. Abgebaut wird es als Zinnober (Quecksilberoxid), zum Beispiel in Südspanien und in der Toskana. Die weltweite Produktion beträgt ca. 3.000 Tonnen pro Jahr.
Quecksilber ist sehr giftig (Mercurialismus), besonders seine Dämpfe (toxische Menge 0,1mg/m3) und viele seiner Verbindungen. Da Kohle je Tonne etwa 1 Gramm Quecksilber enthält, gelangen alleine über die Kohleverbrennung jährlich einige Tausend Tonnen Quecksilber in die Luft und dadurch in den biologischen Kreislauf.
Der größte Teil des gewonnen Quecksilbers wird zur Herstellung seiner Verbindungen und Legierungen (Amalgame) verwendet. In elementarer Form wurde es inzwischen weitestgehend durch ungiftigere Materialien ersetzt.
Schon 1886 gab es eine Variante der Lalande-Chaperon-Zelle, in der eine Quecksilber-Kathode verwendet wurde. Wiederentdeckt wurde das Prinzip in den 50er Jahren und Quecksilber fand besonders in Quecksilber-Zink-Batterien (Knopfzellen für Uhren in den 70er Jahren) als kathodisches Oxidationsmittel Verwendung. In Anteilen bis 1% jedoch wurde es beispielsweise auch in frühen Kohle-Zink- sowie Alkali-Mangan-Batterien verwendet, um Gasung zu verhindern. Aufgrund seiner Giftigkeit wird Quecksilber heute jedoch nur noch in wenigen Spezialbatterien verwendet.
Siehe auch: Verbote für Quecksilber und Cadmium in Akkus und Batterien
Einige technische Eckdaten
Chemisches Symbol: Hg
Ordnungszahl: 80
Relative Atommasse: 200,59
Oxidationszahlen: +2, +1
Dichte: 21,45 g/cm³
Schmelzpunkt: -39 °C
Siedepunkt: 357 °C
Spezifischer elektrischer Widerstand: 96
Linearer Wärmeausdehnungskoeffizient: ./.
© Marc Stenzel
|