Selbstentladung (Akku-Lexikon)

Die sogenannte Selbstentladung gibt wieder, in welchem Maße sich eine Batterie im Laufe der Zeit von selbst entlädt. Sie gehört zu den wesentlichen Kenndaten einer Batterie und hat entscheidende Bedeutung für die Auswahl des für eine bestimmte Anwendung optimalen Batteriesystems.

Batterieentladung / Discharging of a BatteryGroßansicht / Large View
Bei Primärbatterien hat die Selbstentladung Auswirkungen auf die generelle Lebensdauer und vor allem auf den Energieverlust in dem Zeitraum zwischen Herstellung und Verwendung. Daher ist ihre Kenntnis nicht nur für den Anwender, sondern auch für die Logistik des Handels und die Lagerhaltung bedeutsam.


Primärbatterien für besonders langlebige Anwendungen (z.B. Herzschrittmacher) oder lange Standzeiten zwischen Herstellung und Einsatz dürfen nur eine sehr geringe Selbstentladungsrate aufweisen. Die seit Anfang der 70er Jahre in Taschenrechnern, Hörgeräten und Quarzuhren eingesetzten Silberoxid-Zink-Batterien brachten es schon auf eine Lebensdauer von 3 - 4 Jahren. Durch eine extrem niedrige Selbstentladungsrate von ca. 1% pro Jahr konnte die Lebensdauer bei Lithium-Primärbatterien auf 6 bis 8 Jahre angehoben werden, bei Lithium-Jod-Batterien für Herzschrittmacher bis zu 15 Jahre.


Bei Sekundärbatterien bestimmt die Selbstentladung den Verwendungszweck des Akkus, also wie lange er seine Ladung erhalten kann, nachdem er vom Ladegerät getrennt wurde bzw. ob er sich überhaupt für einen getrennten Betrieb eignet.

Von geringer Bedeutung ist die Selbstentladung beispielsweise bei Akkumulatoren zur unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV), denn solche Stromspeicher bleiben bis zu ihrem Einsatz ständig mit einer Erhaltungsladung an die Stromversorgung angeschlossen. Andere Akkus, zum Beispiel für Handys, sollte eine möglichst hohe Standby-Zeit aufweisen.

Die Selbstentladung hängt wesentlich vom Batterietyp, dem Alter und der Bauart ab, aber auch von der Betriebstemperatur, wobei eine Temperaturerhöhung um 10 Grad die Selbstentladung in etwa verdoppelt. Sie ist im vollständig geladenen Zustand am stärksten und nimmt mit Entladung ab.

Um die Selbstentladung zu kompensieren und Akkumulatoren ständig auf maximalen Ladeniveau einsatzbereit zu halten, versorgt man sie nach dem Aufladen konstant mit der sog. Erhaltungsladung, die normalerweise 0,1 V über der Leerlaufspannung liegt.


Für extreme Anforderungen an geringe Selbstentladung von Batterien oder Akkus gibt es besondere technische Lösungen, wie z.B. Thermalbatterien (Aktivierung der Batterie erst direkt vor Gebrauch) oder Isotopenbatterien.

© Marc Stenzel



  Siehe auch:
Bookmark für diese Seite
URL dieser Seite anzeigen
  Akkulexikon: Übersicht
Memory-Effekt
Eigensicherheit



Alle Rechte vorbehalten. © 2003-2008 EMB GmbH | media deluxe. All rights reserved.